Am 6. Mai gab es die erste Familiendemo für Kinderrechte vor dem Bundeskanzleramt in Berlin (großer Bericht in der BZ). Wir haben uns versammelt, um für eine Auflockerung der Corona-Schutzmaßnahmen im Bereich Kitas und Schulen zu demonstrieren. Forderungen auf unseren Schildern waren u.a. „Kinder brauchen Kinder“, „Meine Eltern sind langweilig“ und „Isolation ist ungesund“.

Erste Familiendemo in Berlin, 6. Mai 2020 vor dem Bundeskanzleramt (Quelle: eigenes Foto).
Erste Familiendemo in Berlin, 6. Mai 2020 vor dem Bundeskanzleramt (Quelle: eigenes Foto).

Unsere Forderungen bei dieser Demo, sowie der nachfolgenden Familiendemo am 02. Juni 2020 vor der Senatsbildungsverwaltung, wie folgt:

Zentrale Forderungen

1. Gesundheit geht vor! Gesundheit ist aber nicht nur körperliche Gesundheit. Wir müssen uns auch um die psychische und seelische Gesundheit von Kindern kümmern.

2. Die Kinderperspektive kommt zu kurz! Wir müssen uns in die Situation der Kinder hineinversetzen: Kinder haben neben ihrer Familie vor allem die Kita oder die Schule als Orte sozialer
Erfahrung – und das wird ihnen derzeit komplett genommen.

3. Kinder tragen zuviel Last! Wir wollen weiterhin in einer
solidarischen Gesellschaft leben, in der die Stärkeren mehr Last und Verantwortung übernehmen als die Schwächeren – gerade in
Krisenzeiten. Kinder müssen derzeit auf zuviel verzichten. Das liegt auch an der Zusammensetzung der Entscheidungsgremien. Die Gremien müssen vielseitiger aufgestellt sein: Interdisziplinär und gesellschaftlich divers. Das ist ein grundsätzliches Problem.

4. Regeln müssen erfüllbar und kindgerecht sein! Wir erwarten von den Kindern, dass sie sich mit Abstandsgeboten wie Erwachsene benehmen – das ist unrealistisch und führt zu einem faktischen Ausschluss von Teilhabe. Wir brauchen Konzepte wie eine schnellstmögliche und flächendeckende Versorgung der Kinder realisiert werden kann und dürfen die Erziehungseinrichtungen mit der Verantwortung nicht allein lassen.

5. Vorbereitung auf die nächste Krise: Jetzt schon muss für den Fall einer erneuten Verschlechterung der Corona-Lage unbedingt ein tragfähiges Konzept für den digitalen Unterricht entwickelt werden, begleitet von massiven Investitionen in Lehrerfortbildung und technische Ausstattung


Quelle Beitragsbild: eigenes Foto