Passend zum Muttertag haben wir von FidK das erste Mal koordiniert in mehreren Städten NRWs demonstriert. Wer nicht vor Ort sein konnte, hatte die Möglichkeit, den Demos online zu folgen und sich an den regen Diskussionen zu beteiligen. Hier unser Aufruf:

„Wir wollen am Muttertag für die Rechte von Familien und Kindern, in der Corona – Krise, auf die Straße gehen. Die Mehrfachbelastung durch Arbeit, Homeschooling und Kinderbetreuung ist auf Dauer nicht zu leisten. Dafür müssen Lösungen durch die Politik geschaffen werden.
Wo bleibt die Lobby für Familien? Die Politik muss sich mehr für unsere Belange einsetzen als bisher. Dafür gehen wir auf die Straße. Bisher in Düsseldorf, Köln und Bonn. Gerne seid Ihr eingeladen weitere Demos in euren Städten anzumelden, damit wir bundesweit Druck auf die Politik ausüben können.

Wir freuen uns auf euch, am Sonntag, 10. Mai um 14 Uhr. Wir demonstrieren gleichzeitig an drei Standorten in NRW: Bonn, Düsseldorf und Köln.“

Hier ein paar Eindrücke von der Kölner Demo.

Demonstrieren unter Auflagen
(Abstand, begrenzte Anzahl der Teilnehmer, teilweise auch Maskenpflicht)
Viele Teilnehmer kamen mit Transparenten
Eltern, Kinder, Familien in der Krise

Und hier die Rede von Maaike Tiedge von der Kölner Demo, exemplarisch für die zahlreichen flammenden Reden, die an den drei Standorten gehalten wurden:

Hallo zusammen!


Ich freue mich sehr, Euch heute hier begrüßen zu dürfen!
Mein Name ist Maaike Tiedge ich bin 42 Jahre alt und Mutter von 2 Töchtern – 4 und 7. Ich bin derzeit Mutter, Ehefrau, Hausfrau, Lehrerin, Erzieherin und Angestellte. Für welche dieser Aufgaben werde ich bezahlt? Richtig für mein Anstellungsverhältnis! 

Care Arbeit – die Pflege, Erziehung von Kindern, Kranken oder Alten –  haben bei uns in der Gesellschaft kaum einen Stellenwert. Wieso werden Jobs wie Krankenschwester, Altenpflegerin, Erzieherin, Sozialarbeiterin usw. die gerade jetzt als Systemrelevant gelten nicht angemessen bezahlt? Ist es nicht Zeit all diese Arbeit, diese Leistung, dieses Engagement in die Mitte der Gesellschaft zu holen? Sind nicht alle Eltern Systemrelevant?


Ich bin ein Teil von #Elterninderkrise – das sind fast 10.000 Eltern bundesweit, die sich binnen 3 Wochen via Facebook und Slack zu einer Bewegung formiert haben, um Briefe an Abgeordnete zu schreiben, gemeinsam kreative Lösungen zu finden oder Demos zu organisieren, wie wir heute hier in Düsseldorf und in Bonn.

Warum sich diese Eltern zusammengetan haben, ist Euch allen die heute vor mir stehen klar!
Wir fordern:

Jetzt ist die Zeit! Die Zeit der Chancen! Ideen! Möglichkeiten! Wieso nutzen wir sie nicht, um in den Dialog zu gehen! Ideen zu kreativen Betreuungsoptionen vorzuschlagen?
Wieso kann Unterricht nicht auf dem Pausenhof, im Wald, in der Turnhalle oder gar online stattfinden? Was ist mit einem rollierenden System im Kindergarten – morgens Gruppe 1, nachmittags Gruppe 2? 

Es fehlt an Betreuungspersonal ? Super – sprecht mit uns! Wir freuen uns 1 mal die Woche im Kindergarten auszuhelfen, wenn das bedeutet, dass es wieder eine Art “Regelbetrieb” geben kann!

Es wurde lange Jahre an wichtigen Regeln und Vorgaben zur Betreuung/Versicherung gearbeitet? – super! Dann ist jetzt die Zeit diese Regeln und Vorgaben nochmal zu überdenken und sie nochmal auf den Prüfstand zu stellen! Es MUSS doch eine Lösung geben!

Die Iniatorinnen der #elterninderkrise haben letzten Donnerstag ein Gespräch mit Frau Dr. Giffey geführt und dies als Grundstein für einen weiteren Dialog mit ihr gelegt. Auch wir haben Herrn Stamp eingeladen an unseren Demos teilzunehmen – es war ihm zeitlich leider nicht möglich – allerdings werden wir auch im Nachgang hier weiter in den Dialog gehen! 

Fordern wir einen Kinder/Eltern-Gipfel bei der Kanzlerin!


Es kann nicht sein, dass die Bedürfnisse von 11,4 Mio Haushalten mit Kindern bundesweit eine SO kleine Rolle in der Pandemie-Strategie spielen! 


Wie kann es sein, dass andere Branchen schon lange wieder im Regelbetrieb sind/in den Regelbetrieb dürfen, Kinder aber als sehr ansteckend “eingestuft” werden und demnach keine Chance auf ein normales Leben haben?
Seien wir doch mal ehrlich. Nach der Sommerpause soll ein “nahezu” Regelbetrieb in Kitas – und Schulen möglich sein – allerdings nur wenn die Kinder keine Krankheitssymptome aufzeigen. September – Oktober – wir alle wissen wie es in dieser Zeit zuhause aussieht – hier eine laufende Nase, dort ein husten… 

Aber wie ansteckend sind Kinder wirklich? Wieso gibt es keine validen Studien? Wieso gehen Länder wie Norwegen, Dänemark und Tschechien einen anderen Weg? In allen 3 bereits geöffneten Ländern sind die Infektionszahlen gesunken!

Jetzt ist die Zeit mit kreativen Ideen voran zu gehen, in den Dialog zu gehen und der Gesellschaft zu zeigen das wir ein wirkliches Gewicht haben! Packen wir es an!