Was konkret fordert die Landesgruppe Bayern?

Grundsätzlich muss politisches Handeln darauf ausgerichtet sein, die Kinderrechte nach der UN Kinderrechtskonvention inklusive des Rechts auf Bildung und körperlicher Unversehrtheit zu jeder Zeit zu garantieren.
Bayernweit muss es deshalb eindeutige und verbindliche Leitlinien geben, die sicherstellen, dass für jedes Kind in Bayern das Recht auf Bildung gilt – bei Präsenz- und Fernunterricht gleichermaßen.

Aus diesem Grundsatz ergeben sich die folgenden Forderungen. Bei den nachfolgenden Punkten ist ein besonderes Augenmerk zu legen auf Kinder mit Behinderungen bzw. mit speziellem Förderbedarf sowie auf Familien, die aufgrund ihrer individuellen Situation mehr Ressourcen benötigen.

1. Sofortiger Regelbetrieb für KiTas, schulvorbereitende Einrichtungen (SVEs) und Grundschulen ohne Maskenpflicht und Abstandsregeln. Sofortige vollständige Öffnung von weiterführenden Schulen mit vernünftigem Hygienekonzept. Bei einer notwendiger Klassenteilung: Räume anmieten und mehr Personal einsetzen (Lehramtsstudenten, Quereinsteiger).

2. Flächendeckende Pool-Testungen und angemessene Hygieneausstattung in Schulen und KiTas, sodass ein Klima der Sicherheit entstehen kann.

3. Wenn Einschränkungen im KiTa- und Schulbetrieb aus fundierter
wissenschaftlicher Sicht epidemiologisch notwendig sind: Unterricht, wann immer möglich, im Wechsel von Präsenz- und Fernunterricht. Grundsätzlich soll gelten: je jünger die Kinder, desto wichtiger ist Präsenzunterricht.

4. Die Durchführung des Unterrichts, ob in Präsenzform oder aus der Ferne, ist zentrale Aufgabe der Schulen und nicht der Eltern. Das heißt: Sofortiger Stopp von Homeschooling durch Eltern. Entwicklung eines einheitlichen Konzeptes für digitalen Unterricht. Sofortige Umsetzung des “Digitalpakts Schule 2019” durch Prozessvereinfachungen. Sofortige Schulungen für Lehrer im digitalen Lehren.

5. Viel stärkere Gewichtung von medizinischen und pädagogischen Aspekten bei Anti-Corona-Maßnahmen. Kein alleiniger Fokus auf virologischen Empfehlungen.

6. Wissenschaftliche Erkenntnisse aus anderen Bundesländern und Staaten nutzen und die jetzigen KiTa- und Schulöffnungen wissenschaftlich begleiten. Das KiTa und Schulpersonal zu Erkenntnissen informieren.

7. Bei einer Erhöhung der Infektionszahlen: alle virologischen Herde adressieren und nicht willkürlich KiTas und Schulen zuerst schließen. Keine prophylaktischen Schließungen ganzer Einrichtungen.

8. Eine stärkere Beteiligung von Familien in Entscheidungsgremien zu COVID-19 Maßnahmen. Bestehende bayerische Elternverbände vertreten die Interessen zahlender Mitglieder. Mittelfristig: Schaffung einer gesetzlichen Landeselternvertretung, die die Interessen sämtlicher KiTa- und Schulkinder vertritt.