In sieben Städten sind wir am 4. Juli 2020 zur Demo „Kids first“ – „Bildung statt Billigfleisch“ auf die Straße gegangen. Wir haben in Frankfurt, Düsseldorf, München, Stuttgart, Oldenburg und Gütersloh für bessere Konzepte für Bildung & Betreuung demonstriert, damit Kinder und Eltern im Herbst und bei einer zweiten Welle nicht wieder im Regen stehen! 

„Es kann nicht sein, dass wie im Fall von Gütersloh, Kitas und Schulen zuerst geschlossen werden, weil der Landrat sagt, aus allen andere Bereichen hätte er mehr Protest erwartet!“ sagt Diane Siegloch, Mitgründerin von Familien in der Krise und Hauptorganisatorin der Aktion vor den versammelten Familien mit über 100 Eltern und Kindern. „Eltern berichten uns mittlerweile von Fällen, da werden Kinder wegen eines leichten Schnupfens nicht mehr in die Kita gelassen. Auch nicht mit negativem Corona-Test Ergebnis. Und das zuständige Gesundheitsamt sagt, das Kind muss komplett symptomfrei sein. Wie soll das im Herbst erst weitergehen, wenn fast alle Kinder Husten oder Schnupfen haben? Werden Kinder dann wieder zum privaten Hobby ihrer Eltern?“ 

Diane Siegloch hält die Hauptrede vor rund 100 Demonstranten

Daher haben wir mit unserer Aktion auf die immer noch bestehende politische Planlosigkeit in den Bereichen Bildung und Betreuung aufmerksam gemacht. Denn die Rückkehr in einen Normalbetrieb für Kitas und Schulen nach den Sommerferien ist momentan nicht mehr als ein Wunschszenario – und die Frage ist, auf welche Zumutungen sich Eltern und Kinder weiter einstellen müssen. Vor allem – wenn alle paar Wochen wieder eine Kita oder Schule geschlossen wird. 

Unsere Mitgründerin Ayse Dalhoff betonte in ihrer Rede, welche Folgen die Schul- und Kitaschließungen für Kinder hat: Die Bildungsschere geht immer weiter auseinander und von Chancengleichheit kann gar nicht mehr die Rede sein. Kinder brauchen Kinder und haben ein Recht auf Bildung und Teilhabe. Die Kinder wollen toben, lachen, spielen, streiten!

Warum werden Kitas und Schulen nicht endlich als das angesehen, was sie sind? Nämlich als äußerst system relevante Einrichtungen, die wir nur im aller größten Notfall schließen sollten!    

Der Oberbürgermeister der Stadt Frankfurt, Peter Feldmann, war bei der Aktion auch dabei und hat uns seine Unterstützung zugesagt. Im Vorfeld waren einige von uns bereits bei einem Gespräch bei ihm und haben ihn zur Demo eingeladen. Sein Statement „Care-Arbeit liegt nicht in den Genen“ und „In Frankfurt müssen Frauen wieder arbeiten können“ nehmen wir gerne mit als Grundlage, um bei ihm spätestens im Herbst wieder anzuklopfen, wenn es dann wieder heißt: Husten, wir haben ein Problem!