Zum Start in das neue KiTa-Jahr macht Familien in der Krise Bayern auf die enormen Probleme des 3-Stufen-Plans des Bayerischen Staatsministeriums für Arbeit und Soziales (StMAS) aufmerksam.

Viel Beachtung wurde in den letzten Tagen den Verlautbarungen zum Schulbeginn in Bayern geschenkt. Nahezu unbemerkt sind dagegen die Vorgaben der Staatsregierung für KiTas im neuen Jahr geblieben. Und die haben es in sich:

1. Ab 35 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner gilt Stufe 2: das Personal muss eine Mund-Nasen-Bedeckung tragen. Dauerhaft. Kleinkinder betreuen, neue Kinder in die Einrichtung eingewöhnen, Sprachförderung – alles mit Maske. Gerade in der Frühpädagogik ist die Mimik äußerst relevant – für das Erlernen von Sprache und die Entwicklung von sozial-emotionalen Fähigkeiten. Ein Hygieneplan darf die elementaren Grundbausteine kindlichen Lernens nicht unmöglich machen. Genau das ist nun aber bereits die Realität für zehntausende Kinder in KiTas in München, Ingolstadt und Rosenheim, wo die Zahl der Neuinfektionen den Grenzwert bereits überschritten hat.

2. Ab 50 Neuinfektionen gilt Stufe 3: die Kitas werden geschlossen, es gibt dann nur eine eingeschränkte Notbetreuung. Die Liste derer, die diese in Anspruch nehmen dürfen, wurde deutlich verkürzt: auf systemrelevante Berufe der Eltern, Kinder berufstätiger Alleinerziehender und Kinder mit Schutz- und heilpädagogischem Förderbedarf. Der Großteil der Kinder, auch Vorschulkinder, sind dann wieder von einer Betreuung ausgeschlossen. Wie das Eltern leisten sollen, die keinen Anspruch auf Notbetreuung haben, aber trotzdem arbeiten müssen, und wie das mit dem für alle Kinder geltenden Bildungsauftrag vereinbar ist, lässt die Staatsregierung offen.

3. Die Definition von Stufe 3 ist nicht eindeutig kommuniziert – sowohl in dem vom StMAS veröffentlichten Elternbrief, als auch in dem Rahmen Hygieneplan des LGL. Die Stadt München schafft hier Klarheit: Stufe 3 bedeutet die Rückkehr zur Notbetreuung!

4. Die Stufen 2 und 3 orientieren sich an der 7-Tage-Inzidenz. Steigt dieser Wert innerhalb von sieben Tagen einmal über den jeweiligen Grenzwert, wird die nächste Stufe eingeführt. Um jedoch wieder eine Stufe zurückgehen zu können, muss die Inzidenzrate stabil über mindestens sieben Tage unter dem Grenzwert liegen.

FidK Bayern fordert eine Überarbeitung des 3-Stufen-Plans! Die bereits eingeführte Regelung einer verpflichtenden MNB für PädagogInnen muss abgeschafft werden. Auch systematische Schließungen von KiTas auf Landkreis-Ebene (Stufe 3) darf es nicht mehr geben! Maßnahmen an einer Bildungs- oder Betreuungseinrichtung dürfen grundsätzlich nur vom Infektionsgeschehen an dieser Bildungs- bzw. Betreuungseinrichtung selbst abhängen. Sie dürfen nicht pauschal auf alle KiTa-Gruppen angewendet werden, wenn feste Gruppen eine Rückverfolgung ermöglichen.