Anna-Maria Kuricová

https://www.hamburg1.de/nachrichten/46159/Erstmals_Ansteckungen_innerhalb_einer_Schule.html

In diesem Interview mit Hamburg1 lobt sich Hamburgs Schulsenator Rabe selbst. „Wir sind immerhin von allen Langsamen der Schnellste.“
Wir von Familien in der Krise finden, dass das ein sehr schwacher Trost ist. Fakt ist: 23 Schulklassen sind aktuell in Quarantäne und es gibt immer noch keinen verlässlichen Plan für den Fernunterricht. Familien in der Krise schlägt Alarm. Hamburgs Schulen sind auf den Distanzunterricht nicht vorbereitet. Es ist ein Tanz auf dem Vulkan. Das Virus ist schneller als ihre Planung, Herr Rabe! Legen Sie endlich einen Zahn zu. Hier unsere Pressemitteilung zum Thema:

Distanzunterricht an Hamburgs Schulen: Kein Konzept, keine Kommunikation
Familien in der Krise stellt 8 zentrale Forderungen


Der Hamburger Landesverband der Initiative ‚Familien in der Krise‘ schlägt Alarm. Die bisherigen Maßnahmen von Hamburgs Schulsenator Ties Rabe, die Digitalisierung an den Schulen voranzutreiben, sind ungenügend. Der Regelbetrieb an den Schulen wiegt Familien in trügerischer Sicherheit, denn diese sind auf einen Fernunterricht immer noch viel zu wenig vorbereitet. Familien in der Krise (FidK) fordert ein vorausschauendes Konzept und einen offenen Austausch über die Defizite des Digitalkonzepts in Hamburg. Schon jetzt befinden sich aktuell 23 Klassen in Quarantäne und sind bereits vom Präsenzunterricht ausgeschlossen.

„Es ist wie ein Tanz auf dem Vulkan. Unsere größte Sorge ist: Sollten in Hamburg weitere Klassen in den Distanzunterricht müssen, sind Hamburgs Eltern und Lehrer*innen wieder in der gleichen Situation wie im März,“ sagt Anna-Maria Kuricová, Mitbegründerin von Familien in der Krise Hamburg. „Es kann nicht sein, dass Herr Rabe und Herr Tschentscher das Thema Infektionsgeschehen und Homeschooling auch nach sechs Monaten noch immer nicht genügend priorisieren. Wir sind mitten im Schulbetrieb und die Politik verfährt weiter nach dem Prinzip Hoffnung. Wir Eltern brauchen endlich einen verlässlichen Plan, ein wirklich überzeugendes Konzept“.

Auch nach sieben Wochen Schulbetrieb gibt es für Eltern keine offiziellen Informationen, wie unter Quarantäne-Bedingungen ein Distanzunterricht aussehen wird. Die Initiative FidK hat zahlreiche Rückmeldungen von Eltern und Lehrern erhalten, dass es an ihren Schulen immer noch an elementaren Voraussetzungen fehlt. An vielen Hamburger Schulen gibt es noch nicht einmal Internet. Ein Großteil hat bis heute kein WLAN. Falls doch, ist die Verbindung oft so schlecht, dass sie nicht in den Klassenräumen ankommt. Digitale Präsentationstechniken können folglich nicht eingesetzt oder eingeübt werden. An vielen Schulen sind gar keine Geräte vorhanden, weder für den Präsenz- noch den Fernunterricht. Und dort, wo Endgeräte inzwischen bei den Schulen angekommen sind, sind diese nicht einsatzfähig, weil die entsprechende Software und IT- Spezialisten für die Inbetriebnahme fehlen. „Uns Eltern macht es wütend, dass die Schulbehörde die Situation vor Ort nicht wahr zu nehmen scheint,“ so Anna-Maria Kuricová. „Wir fordern, dass endlich ein Dialog mit den Eltern stattfindet. Bislang hat die Schulbehörde jede Gesprächsanfrage unserseits ignoriert. Uns ärgert, wenn wir sehen, wie Herr Rabe 270 Tablets für ein Pressefoto an eine Schule verteilt, aber die angepriesenen 50.000 digitalen Endgeräte woanders nicht ankommen. Die Anschaffung von Hardware allein macht noch lange keinen Distanzunterricht.“

8 zentrale Forderungen für den Distanzunterricht

DIALOG
: Transparente Kommunikation sowie ein konstruktiver Austausch der Schulbehörde mit den Schulleiter*innen und den Eltern.
DIGITALE STANDARDS: Transparente und einheitliche Standards der digitalen technischen Ausstattung für alle Schulen. Ausgereifte digitale Lernkonzepte differenziert nach Hybrid- und Fernunterricht, abgestimmt auf unterschiedliche Jahrgänge. Unterstützung der Lehrkräfte durch Fachexpertisen aus dem Bereich digitales Lehren und Lernen, inklusive konkreter Vor-gaben zu beispielsweise Videokonferenzen oder Lernplattformen.
TECHNISCHER SUPPORT: Bereitstellung von Mitteln, inklusive entsprechendem Fachpersonal, um technischen IT-Support an jeder Hamburger Schule einzurichten. Dies darf nicht zusätzlich und ausschließlich die Aufgabe von “computeraffinen” Lehrkräften sein. Sicherstellen einer schnellen Einrichtung von Software und Updates auf allen Endgeräten und deren Wartung.
PÄDAGOGISCHER SUPPORT: Studierende, Lehramts-Absolvent*innen und Quereinsteiger*innen aufbauen, damit sie als „Springer-Lehrkräfte“ kurzfristig zur Verfügung stehen und Unterricht in kleinen Lerngruppen je nach Schulform möglich ist.
SCHULUNGEN: Verpflichtende Weiterbildungsangebote für alle Lehrer*innen zu digitalem Präsenz- und Fernunterricht, Erlernen von Tools und neuen pädagogischen Ansätzen.
FÖRDERUNG MEDIENKOMPETENZ: Der Umgang mit Endgeräten und Lernprogrammen muss im Präsenzunterricht erklärt und eingeübt werden. Dabei muss auch die generelle Me-dienkompetenz der Schüler gefördert werden.
VERTEILUNG: Das städtische Kontingent an digitalen Geräten muss den Schulen schnellstens zur Verfügung gestellt werden. Dabei ist nicht nur der Bedarf bei Schülern*innen zu berücksichtigen, sondern auch bei Lehrkräften. Das Verteilungsprinzip muss gerecht und transparent sein.
ALTERNATIVEN: Bereitstellung von alternativen Räumlichkeiten für den Fall eines Distanzunterrichts. Dies ermöglicht Ausweichmöglichkeiten und das kontinuierliche Lernen in Kleingruppen. Für Rückfragen und Interviewanfragen:Anna-Maria Kuricová, Mitbegründerin von Familien in der Krise HamburgE-Mail: : 0179-2354299 Familien in der Krise – Wer wir sindFamilien in der Krise (FidK) ist es gelungen eine deutschlandweite Initiative für Familien auf-zubauen. Mittlerweile sind wir in sieben Landesgruppen organisiert: Bayern, Baden-Würt-temberg, NRW, Hessen, Hamburg, Berlin und Niedersachsen. Wir verfolgen das Ziel Familien und Kinder in das Zentrum politischer Entscheidungen zu rücken. Wir konnten durch zahlrei-che Corona-konforme Familien-Demonstrationen, Petitionen, Statements sowie Aktionen auf die Situation von Familien aufmerksam machen. Daraus folgten zahlreiche Gespräche mit führenden Politiker*innen aus Bundes- und Landespolitik sowie ein umfassendes Medi-enecho. Wir nehmen die Bedrohung durch Covid-19 sehr ernst und grenzen uns klar ab zu Corona-Leugnern, Verschwörungstheoretikern, Querdenkern und Extremen von Rechts und Links. Homepage: www.familieninderkrise.com Twitter: https://twitter.com/FidK_BundInstagram: https://www.instagram.com/familien_inderkrise/Facebook: https://www.facebook.com/groups/2652494048366660/YouTube-Kanal: https://www.youtube.com/channel/UCB-pvOH58tfNFE6MHL2hL_gSollten Sie keine Pressemeldungen mehr von uns erhalten wollen, schicken Sie bitte eine Mail an: