In Vorbereitung auf die anstehende Landtagswahl startete am 23.09.2020 die Vortrags- und Fragereihe „Eisenmann will’s wissen“ in Karlsruhe. Als aktuelle Kultusministerin zuständig für Schulen und Kitas wollte „Familien in der Krise“ auch manches genauer wissen.

Unsere Vertreterin Ekaterina Bondarenko fragte: „Uns liegen zahlreiche Berichte von Eltern vor, dass zusätzliche Maßnahmen die Kinder einschränken an Schulen per Hausrecht verordnet werden, obwohl dies laut Kultusministerium untersagt ist. Was unternimmt das Ministerium, damit diese Praxis an Schulen insbesondere Grundschulen beendet wird?“

Antwort Susanne Eisenmann: „Es soll wie früher keine zusätzlichen Maßnahmen als in der Corona-VO angeordnet werden. Man soll vor Ort das Gespräch suchen, wenn das nicht funktioniert, kann eine Beschwerde beim Kultusministerium zielführend sein.“

Frage 2: „Uns liegen Berichte vor, dass bereits jetzt ohne Quarantäne und ohne fehlenden Lehrern im Stundenplan standardmäßig Fernlernunterricht (FLU) umgesetzt wird. Auf welche rechtliche Grundlage oder Anordnung des Kultusministeriums bezieht sich das?“

Die klare Antwort unserer Kultusministerin: „Es gibt keine Grundlage oder Anordnung des Kultusministeriums für Fernlernunterricht beim Regelbetrieb unter Pandemiebedingungen. Bei Problemen sollten sich  Eltern vertrauensvoll ans Ministerium wenden.“

Wir von „Familien in der Krise“ sind froh über diese eindeutige Klarstellung. Auch wenn wir nicht alle Anweisungen des Kultusministeriums 100% unterstützen können und vor allem die Kommunikation zu Beginn der Pandemie und bei Aufnahme des Schulbetriebs für viel Verwirrung gesorgt hat, sehen wir nun eine Verbesserung der Situation für Familien. Rechtssicherheit und klare Kommunikation und damit auch Verlässlichkeit und Sicherheit in diesen Zeiten sind für Eltern und Kinder sehr wichtig. Dazu trägt auch das klare Statement von Susanne Eisenmann bei, dass es nicht mehr zu flächendeckenden Schließungen kommen soll, solange es das Infektionsgeschehen zulässt. Dass Kinder an Grundschulen im neuen Schuljahr möglichst mit wenig Einschränkungen in festen Kohorten lernen und spielen dürfen finden wir prima!  Schulleitungen und Schulträger dürfen hier keine strengere Hygieneregeln oder gar Fernlernen im Stundenplan verankern. Bildung in Präsenz hat in Baden-Württemberg laut Susanne Eisenmann Vorrang.

Wir nehmen wohlwollend zur Kenntnis, dass das Kultusministerium aus den Fehlern und Problemen der Anfangszeit gelernt hat  und neue Erkenntnisse zu Kindern auch in den Maßnahmen berücksichtigt.