Am 07.10.2020 hat die baden-württembergische Landesregierung die neue Regelung der Entschädigungsansprüche für Eltern, wenn die Kinder in Quarantäne müssen, veröffentlicht.

www.baden-wuerttemberg.de/de/service/aktuelle-infos-zu-corona/lenkungsgruppe-corona/

Die bundesweiten Initiativen „Familien in der Krise“ und „Kinder brauchen Kinder“ begrüßen die Entscheidung, dass Eltern in Baden-Württemberg “künftig auch dann Entschädigung erhalten, wenn nur einzelne Klassen einer Schule oder nur eine Kita-Gruppe nach Hause in Quarantäne geschickt wird und sie dadurch Verdienstausfälle erleiden, weil sie ihre Kinder betreuen müssen. Bislang konnten Eltern diese Ansprüche laut Aussage des Landes Baden-Württemberg nur anmelden, wenn eine Einrichtung komplett geschlossen wurde.”

Unberücksichtigt aber bleiben andere Situationen, die zu Ansteckung oder Quarantäne führen können: „Eine Entschädigung kommt aber nicht in Betracht, wenn sich ein Kind außerhalb der Schule angesteckt hat und in Quarantäne muss.

Für die gesunde psychische und physische Entwicklung des Kindes sind auch außerschulische Aktivitäten, wie Sportvereine, Theaterbesuche, Ausflüge oder Treffen von Freunden gleich wichtig wie Bildung in der Schule oder Frühbildung in der Kita. Dass dies ausgenommen ist, führt zu Chancenungleichheit: Eltern, die nicht notfalls zwei Wochen zu Hause finanzieren und mit Regelungen mit ihrem Arbeitgeber treffen können, werden vielleicht auf solche Aktivitäten sicherheitshalber verzichten.

Unabhängig davon, prangern wir die völlig unterschiedlichen Auslegungen der auf Bundesebene vom Infektionsschutzgesetz vorgesehenen Regelungen in den einzelnen Regionen an. Daher sind wir auf Ebene der Länder und auch des Bundes aktiv, um hier einheitliche, sinnvolle und praxistaugliche Neuregelungen zu erwirken.