Familien in der Krise im Interview mit Frau Dr. med. Anke Wehsack, niedergelassene Kinderärztin aus Hamburg. Das Interview fand am 17. Oktober in Hamburg statt.

Frau Wehsack, welche Folgen des Lockdowns haben Sie bei Kindern und Jugendlichen beobachtet?

Eigentlich dieselben wie bei den Erwachsenen. Primär im Vordergrund stand vor allem die soziale Isolation, die der Lockdown mit sich gebracht hat. Das hat sich deutlich auf die Gemütslage der Kinder ausgewirkt. Wer keine Geschwister hat, war wirklich einsam in der Zeit des Lockdowns. Kinder brauchen Möglichkeiten, sich zu entfalten durch kreative Anregungen und soziale Kontakte untereinander. Sie müssen sich viel bewegen, am besten an der frischen Luft. Wir Kinderärzte sehen schon seit langem eine zunehmende Bewegungsarmut und motorische Defizite unserer Kinder in Deutschland. Die Beschwerden und Verhaltensauffälligkeiten waren auch abhängig vom Alter der Kinder und von ihrer sozialen Herkunft. Familiäre Strukturen haben grundsätzlich einen starken Einfluss auf die allgemeine normale Entwicklung und das Verhalten von Kindern. Kinder aus sozialschwachen oder bildungsfernen Haushalten waren deutlich mehr gefährdet in der Zeit des Lockdowns. Stichwort erhöhter Medienkonsum, schlechte Ernährung, psychomotorische Trägheit, häusliche Gewalt, emotionale Deprivation. Auch dies sind Dinge, die wir schon vor der Pandemie gesehen haben. Eltern aus bildungsnahen und akademischen Haushalten neigen eher dazu, alles mit ihren Kindern zu diskutieren und sie zu stark zu protegieren. Auch das hat Auswirkung auf die kindliche Entwicklung allgemein und speziell in dieser Pandemiesituation die Gemütslage der Kinder ebenfalls mitunter gehörig destabilisiert.

Kinderärztin Anke Wehsack

Viele Eltern berichten von Sorgen, ihre Kinder könnten dauerhaft Angststörungen, Waschzwänge oder Schuldgefühle entwickeln. Was raten sie diesen Eltern, wie können Sie ihre Kinder unterstützen damit sie möglichst unbeschadet durch diese Pandemie kommen?

Eltern und Kinder sind sozioemotional sehr eng miteinander verflochten. Kinder spüren immer die Sorgen, Ängste und Nöte ihrer Eltern, selbst wenn man als Eltern bedacht ist, diese nicht auszusprechen. Sie zeigen ein Nachahmungsverhalten ihrer Bezugspersonen, das ist Teil der normalen Entwicklung. Sie spüren mentale Belastungen und Angespanntheit deutlich und versuchen, sich daran angepasst zu verhalten. Das ist das soziale Lernen. Sie können dieselben Symptome entwickeln wie ihre Eltern. Wenn Kinder jetzt in dieser Pandemiesituation plötzlich die anhaltende Angst und Unsicherheit der gesamten Erwachsenenwelt spüren, dann überträgt sich das automatisch auf sie und negative Effekte potenzieren sich noch. Deshalb ist es umso wichtiger, den Kindern Zuversicht, Trost, Ruhe und Gelassenheit zu vermitteln. Sagen sie ihren Kindern, wir machen das Beste daraus. Pandemien passieren, das kann niemand verhindern. Versuchen sie auf jeden Fall, die Kinder nicht zu moralisieren, das ist ein Thema für die Erwachsenen. Diskutieren sie die Sinnhaftigkeit all der Maßnahmen nicht vor den Kindern. Hören sie auf die Bedürfnisse der Kinder und vermitteln sie ihnen Sicherheit. Eine sinnvolle Tagesstruktur und ein möglichst normaler Alltag, aber auch die eigene emotionale Stabilität helfen dabei sehr.

Wie stark schätzen sie die langfristigen Folgen für die junge Generation durch diese Krise ein?

Das ist schwer zu beantworten und ist entscheidend davon abhängig, wie wir uns als Gesamtbevölkerung weiter verhalten werden und wie lange die Pandemiesituation noch dauern wird. Fakt ist, dass Niemandem die anhaltenden Verbote und das ständige Vermeidungsverhalten gut tut. Erst recht nicht den Kindern, für die es einen noch viel größeren psychischen Kraftaufwand bedeutet, sich vernunftgesteuert zu verhalten anstatt intuitiv. Sie müssen ihr eigenes natürliches Instinktverhalten aktiv unterdrücken. Das ist sehr besorgniserregend. Es wird auch entscheidend sein, wie einschneidend weitere Maßnahmen sein werden, ich denke da vor allem auch an die zusätzlichen wirtschaftlichen Folgen, die drohen könnten, wenn uns nichts Besseres einfällt als Lockdowns zu verhängen. Wenn wir es zum Zusammenbruch unserer Wirtschaft kommen lassen, wird der Wiederaufbau die Generationenaufgabe unserer Kinder werden.

An Schulen und Kitas in Deutschland herrschen teilweise weitgreifende Verhaltensverbote. Gemeinsam singen und musizieren, Spielzeug und Essen teilen, gemeinsam herumtoben wird häufig nicht erlaubt. Welche Altersgruppen sind besonders betroffen, wenn es darum geht, intuitive Verhaltensweisen zu vermeiden und ihr Instinktverhalten zu unterdrücken?

Das betrifft paradoxerweise genau die Altersgruppe, die dort von diesen Regeln betroffen ist, nämlich Kinder im Kindergarten- und frühen Grundschulalter. Kinder fangen mit 5 oder 6 Jahren an, ein vernunftorientiertes Verhalten zu entwickeln und können dann schon mehr Zusammenhänge und Situationen über die eigene Einsicht einordnen und danach handeln. Dennoch ist es auch für ältere Grundschulkinder noch enorm schwer, diszipliniert Abstände einzuhalten, Sport zu treiben oder Pausenspiele mit MNB auszuhalten und sich nicht mit Freunden umarmen zu dürfen. Das dauerhaft antrainierte Vermeidungsverhalten wirkt sich sicherlich auf die weitere Hirnentwicklung der Kinder aus, die zu diesem Zeitpunkt ja noch immer sehr plastisch, also modifizierbar ist.

Wenn sie im Beraterstab der Bundesregierung säßen, was würden Sie der Regierung im Umgang mit Kindern und Jugendlichen raten, welche Maßnahmen halten Sie für Kinder sinnvoll?

Ich finde es tatsächlich wichtig, dass auch Fachleute für Kindesentwicklung wie Kinderärzte, Kinder- und Jugendpsychiater und Pädagogen die Regierung grundsätzlich mit beraten würden. Denn die Kinder brauchen dringend eine politische Stimme. Die Kinderrechte sind nicht im Grundgesetz verankert. Über die Kinder wird entschieden, ohne sie zu befragen.

Glücklicherweise hat die aktuelle Kita-Studie der Bundesregierung belegt, dass Kindergartenkinder nicht in relevantem Maße zum Infektionsgeschehen beitragen. Sie stecken sich untereinander nur sehr selten an und auch nicht ihre Eltern oder Erzieher. Im Gegenteil, die Kinder werden durch die Erwachsenen infiziert. Auch in Schulen sind bisher keine erhöhten Ausbrüche zu verzeichnen seit dem Ende der Sommerferien. Das ist eine sehr wichtige Erkenntnis, die nicht von der Bundesregierung – und übrigens auch nicht von den einzelnen Landesregierungen- ignoriert werden darf. Ich würde dringend ermahnen, die Gewährleistung einer gesunden Kindesentwicklung nicht aus den Augen zu verlieren. Das ist die politische Pflicht einer Regierung.

Sind aus ihrer Sicht die Kinder dann aktuell also eher durch die Maßnahmen der Bundesregierung gefährdet als durch das Virus selbst?

Wenn Ihre Frage auf die Abstandsregeln, das social distancing und die Schließungen der Bildungs- und Freizeiteinrichtungen für Kinder abzielen, dann muss man das leider, nach dem heutigen Erkenntnisstand, tatsächlich so sagen. Es gibt aber auch sinnvolle Maßnahmen, die durch die COVID Pandemie an neuer Bedeutung gewonnen haben und nicht freiheitseinschränkend oder entwicklungsgefährdend sind wie Händewaschen, Husten- und Niesetikette oder Abstand und Vermeidung von Gedränge in Warteschlangen. Dieses Verhalten ist unabhängig vom Erreger aus infektiologischen und persönlichen Gesichtspunkten grundsätzlich sinnvoll und wird hoffentlich in unserer Gesellschaft für die Zukunft konsolidiert bleiben.

Die Infektionszahlen steigen aktuell massiv. Welchen Umgang würden Sie sich bei der Eindämmung der Pandemie wünschen?

Zunächst einmal würde ich mir wünschen, dass die tägliche Berichterstattung über die isolierte Anzahl der Neuinfektionen aufhört. Wenn diese erfolgt, dann muss in gleichem Atemzug gesagt werden, wie hoch die Zahlen in welcher Altersgruppe sind und wie hoch die Anzahl der schwer Erkrankten überhaupt ist. Auch die Nennung der Todeszahlen finde ich hier ungünstig. Denn das Ziel muss doch sein, die Bürger eines Landes zu beruhigen und nicht in Angst und Panik zu versetzen. Genau das passiert durch die mediale Berichterstattung aber immer noch. Das ist meiner Meinung nach von Anfang an extrem schiefgelaufen und die eigentliche Katastrophe, in der wir uns befinden. Bei vielen Menschen fällt die Angst und Sorge um die eigene Gesundheit und die der Angehörigen auf fruchtbaren Boden. Es kommt zu Angst und Depressionen, Rückzug, Streitigkeiten im Freundes- und Verwandtenkreis, Denunziantentum und moralischer Erpressung, selbst der Kinder. Denen wird gesagt, wenn du deine Maske im Unterricht nicht trägst, bist du schuld, wenn die Oma deines Sitznachbarn stirbt oder deine Lehrerin. Das geht in die völlig falsche Richtung. Wenn wir dafür sorgen, dass wir wieder eine stabile Gemütslage bei den Erwachsenen schaffen, wird sich das automatisch positiv auf unsere Kinder auswirken.

Bei steigenden Infektionszahlen rückt nun die Mund-Nasen-Bedeckung (MNB) wieder mehr in den Fokus. In einigen Bundesländern wird das Tragen einer MNB auch im Unterricht angeordnet. Was halten sie von einer Maskenpflicht im Unterricht?

Um ehrlich zu sein, halte ich das in Anbetracht auch der bisherigen empirischen Beobachtungen an Grund- und weiterführenden Schulen nicht für notwendig. Stärker noch, man muss eine zusätzliche Gefährdung der weiteren psychischen Entwicklung der Kinder fürchten, die ohnehin aus den vorher erwähnten Gründen schon deutlich beeinträchtigt ist. Viele jüngere Kinder empfinden das dauerhafte Maskentragen in der Schule jetzt schon sehr unangenehm und leiden darunter. Der Schulbetrieb muss gewährleistet sein aus verschiedenen Gründen, zum einen, um dem Recht auf Lernen und Bildung der Kinder nachzukommen, zum anderen aus sozialen Aspekten, um z.B. für Kinder aus instabilen familiären Verhältnissen einen sicheren Raum zu schaffen. Wenn die Schulen vernünftige und belastbare Hygienekonzepte haben, dazu gehören nachvollziehbare Sitzpläne, Kohortierungen nach Klassen oder Jahrgängen und gute Raumluftfilteranlagen, dann brauchen die Kinder keine Masken im Unterricht. Umgekehrt legt die Maskenpflicht im Unterricht an einigen Schulen doch eher nahe, dass damit mangelnde Hygienekonzepte und -voraussetzungen auf dem Rücken der Kinder kompensiert werden sollen.

Die WHO sowie zahlreiche Ärzteverbände oder die DZgA empfehlen das Tragen einer MNB erst für Kinder ab 12 Jahren. Wie sehen sie den Gebrauch einer MNB speziell bei kleineren Kindern von 6 – 12 Jahren?

Ich finde die WHO Empfehlung sehr plausibel und würde dies auch so empfehlen. Jüngere Kinder sind keine Infektionstreiber und in höherem Maße entscheidend abhängig von der Mimik ihres Gegenübers. Für sie ist es vor allem im Unterricht und in der Schule wichtig, den Inhalt des Gesprochenen durch die begleitende Mimik einzuordnen. Auch die richtige Aussprache muss sichtbar sein. Denken Sie an Fächer wie Deutsch und andere Fremdsprachen. Der argumentierte richtige Gebrauch der Masken mit zunehmendem Alter ist hier glaube ich nicht so entscheidend. Das SARS-CoV2 Virus wird nur extrem selten über Schmierinfektion übertragen, also über kontaminierte Oberflächen, sondern wie wir wissen über die Aerosole. Deshalb ist das richtige Auf- und Absetzen der Masken meiner Meinung nach, auch bei Erwachsenen nicht so entscheidend, sondern dass überhaupt eine Barriere für die Aerosolausbreitung geschaffen wird.

Das Virus verbreitet sich über Aerosole. Es heißt aber auch, die normalen Alltagsmasken, sogenannte Community Masks, sollen relativ wenig gegen Aerosole helfen. Inwiefern macht es denn dann überhaupt Sinn, derartige Masken zu tragen?

Stellen Sie die Frage doch einmal umgekehrt: Was wäre, wenn man jetzt offiziell empfehlen würde, nur noch den medizinischen Mund-Nasen-Schutz zu tragen? Dann hätten wir doch ganz schnell wieder Lieferengpässe. Ich würde Baumwollmasken aber tatsächlich nicht empfehlen. Rein mechanisch gesehen hält alles, was man sich als Barriere vor Mund und Nase hält beim Atmen oder Sprechen Tröpfchen und Aerosole ab. Die Frage nur ist, wieviel. Infektionsdynamisch ist es so, dass zum Beispiel ein asymptomatischer COVID19-Infizierter, der nur einen einfachen Baumwollstoff oder eine selbstgenähte Maske getragen hat, im Zweifel infektiöser eingestuft wird als ein Infizierter, der einen korrekt sitzenden medizinischen MNS oder sogar eine FFP2 Maske getragen hat. Dementsprechend würden bei einer Kontaktnachverfolgung für die Kontaktpersonen des Infizierten mit Baumwoll-Maske strengere und niedrigschwelligere Quarantänemaßnahmen angeordnet werden als bei einem Infizierten, der einen medizinischen MNS oder eine FFP2 Maske getragen hat.

Das Thema MNB wird sehr kontrovers diskutiert.  So wie es zahlreiche Menschen gibt, die große Angst haben, sich mit dem Virus anzustecken und Maskenpflicht bei Kindern fordern, so geistern gerade auch Berichte durch die Medien, bei Kindern könne das Tragen einer MNB sogar zum Tod führen können. Halten Sie das für realistisch?

Nein, das halte ich für etwas zu weit hergeholt. Letztendlich gibt es natürlich immer Ausnahmen von der Regel. Wenn Sie sich zB. in Vollnarkose operieren lassen wollen, müssen sie immer beim Anästhesisten und beim Operateur unterschreiben, dass sie theoretisch während des Eingriffs versterben könnten. In jedem Beipackzettel finden sie auch die seltensten Nebenwirkungen eines Medikaments aufgelistet. Kinder sind schon in den flachsten Pfützen ertrunken. Aber im Normalfall passiert das ja nicht. Das sind dann meist Verkettungen mehrerer unglücklicher Umstände.

Es unterstreicht aber, wie wichtig es ist, auch individuelle Lösungen zu suchen und trotz allgemeiner Verordnungen auch zuzulassen.

Wie zufrieden sind sie mit den bisher an den Hamburger Schulen üblichen Quarantäneregeln, wenn es zu einer Infektion kommt?

Im Grunde sehr zufrieden. Es wird im Falle einer Positivmeldung sehr genau geguckt und darauf geachtet, dass die Quarantänemaßnahmen nur im wirklich nötigen Umfeld stattfinden. Es soll vermieden werden, dass ganze Klassen oder auch ein gesamter Jahrgang in Quarantäne muss. Schulschließungen sollen unbedingt vermieden werden. Der Präsenzunterricht hat oberste Priorität. Und es besteht glücklicherweise keine Maskenpflicht im Unterricht, erst für die Oberstufenschüler seit Kurzem. Es gab bisher zwei bis drei kleinere Ausbrüche an Hamburger Schulen und ansonsten eher Einzelinfektionen. Die Ausbrüche waren durch Erwachsene hervorgerufen. Das deckt sich mit den bundesweiten Beobachtungen, dass die Schulöffnungen nach dem Sommer richtig waren.

Müssten aus Ihrer Sicht also in dem Fall eher die Schüler vor den Lehrern geschützt werden als die Lehrer vor den Schülern?

Wenn Sie so wollen, ja. Zumindest jüngere Kinder. Man sollte also seinen Kindern auch vermitteln, wenn sie mit Maske zur Schule oder sogar in den Unterricht müssen, dass sie das zwar lobenswerterweise einerseits zum Fremdschutz, aber eben auch zum Eigenschutz tun. Das würde den moralischen Druck von den Kindern nehmen.

Kleinkinder mussten teilweise über längere Zeiträume von ihren Eltern nebenher im Home-Office betreut werden. Wie bewerten Sie das? Ist Home-Office eine adäquate Kinderbetreuung?

Natürlich nicht, das ist ja ganz klar. Eltern können das Homeschooling oder die Kinderbetreuung nebenher nicht leisten, wenn sie auch noch berufstätig sind, auch nicht im Homeoffice. Da werden sie weder ihren Kindern noch dem Arbeitgeber gerecht, das hat im Lockdown zu erheblichem zusätzlichem Stress und Konfliktpotential geführt. Ich hoffe sehr, dass die Regierung aus dieser Krise gelernt hat. Es muss jetzt angefangen werden, das Bildungssystem zu modernisieren. Digitaler Unterricht muss etabliert und der Umgang mit digitalen Medien als Unterrichtsfach in die Lehrpläne aufgenommen werden. Wir sollten uns da von anderen Ländern, z. B. Dänemark beraten lassen, wo Fernunterricht seit Jahren an jeder Schule und für jeden Schüler seinen Platz hat und auch die Voraussetzungen dafür gegeben sind. Für Familien mit Kindern muss es möglich sein, örtlich und zeitlich flexibler zu arbeiten ohne Nachteile zu haben.

Sie haben selbst zwei Kinder, können Sie bestätigen, dass durch den Lockdown Kinder und Jugendliche mehr an der Mediennutzung partizipiert haben?

Das kann ich natürlich sowohl als Mutter als auch als Kinderärztin bestätigen. Es gibt ja gute und schlechte Mediennutzung. Beides hat in der Zeit des Lockdowns deutlich zugenommen. Es ist nicht erst seit dieser Pandemie bekannt, dass es eine deutliche Korrelation von schädlichem Medienkonsum und bildungsfernen oder sozial schwächeren Familien gibt. Das ist alarmierend. Wir können aber die zunehmenden Medialisierung auch nicht verhindern. Deshalb ist es umso wichtiger, dass wir darauf achten, wie unsere Kinder mit den überall verfügbaren Medien umgehen und dass sie sinnvolles Medienverhalten lernen.

Was können Sie uns Eltern als Botschaft noch mit auf den Weg geben?

Auch in Pandemiezeiten muss das tägliche Leben lebenswert bleiben. Unterstützen sie ihre Kinder. Üben sie keinen Druck aus. Drohen sie nicht mit Bestrafungen. Versuchen sie, positiv zu bleiben und tun sie auch etwas für sich selbst. Starke Eltern haben ganz automatisch auch starke Kinder.

Frau Wehsack, vielen Dank für das Gespräch!

Das Interview führte Falko Dörnemann für Familien in der Krise.