Unter dem Motto „Laternendemo für Kinderrechte: Kinderrechte gelten immer, auch während derCorona-Pandemie“ versammelten sich ca. 25 große und kleine Demonstrierende am 12.11.2020 im Volksgarten in Düsseldorf und am 13.11.2020 im Stadtteil Westen in Bielefeld um mit Plakaten und Laternen ein leuchtendes Zeichen für Kinderrechte zu setzen.

„Die Kinder leiden nun bereits seit dem Frühjahr unter den Einschränkungen. Wir fordern, dass die Schulen im täglichen Präsenz-unterricht weiterlaufen, da es sonst zu einer weiteren Verschärfung der sozialen Unterschiede kommt. Kinder haben ein Recht auf Bildung. Erfolgreiche Bildung ist aber verknüpft damit, dass Einrichtungen kindgerecht arbeiten dürfen, und nicht ständig die Überwachung der Hygienemaßnahmen im Vordergrund steht.“, sagt Nele Flüchter, Gründungsmitglied von Familienin der Krise. „Die Kinder müssen dieses Jahr auf so viel verzichten, zum Beispiel auch auf Rituale wie an St.Martin, aber auch zum Beispiel in Schule und Kita auf das gemeinsame Singen, seit November auf quasi alle Freizeitaktivitäten wie Fußball, Taekwondo oder Turnen. Sie sollen seit mehr als acht Monaten von ihren Freunden Abstand halten und die Einschränkungen möglichst klaglos ertragen. Dabei sind sie die durch die Covid19-Erkrankung am wenigsten bedrohte Bevölkerungsgruppe. Sie haben meist nur milde Symptome und zumindest jüngere Kinder geben das Virus seltener weiterals Erwachsene“, sagt Dr. Nicole Reese, Mitglied von Familien in der Krise.

Familien in der Krise weist bereits seit dem Frühjahr durch Demonstrationen, Pressegespräche und im Dialog mit Politikern auf Landes- und Bundesebene und zuletzt auch als Sachverständige in der Kinderkommission des Bundestages (Sitzung vom 4. November 20201) darauf hin, dass das Wohl der Kinder in unserer Gesellschaft immer im Blick zu halten und vorrangig zu berücksichtigen ist. Wie bereits die Aussagen der Experten der öffentlichen Sitzung der Kinderkommission des Deutschen Bundestagesam 09.09.20202 zeigten, ist es nötig, lautstark und unablässig auf diesen Missstand hinzuweisen und den Kindern und ihren Rechten mehr Gehör zu verschaffen. Die UN-Kinderrechtekonvention ist in Deutschland bereits seit 1992 ratifiziert und ein Bundesgesetz. Dieses behält seine Gültigkeit auch in dieser Pandemie.

Stefanie Seifert, Mitglied von Familien in der Krise dazu: „Die Kinder sind unsere Zukunft. Kleine Kinder werden sich schon jetzt nicht mehr an eine Welt ohne Corona erinnern. Umso wichtiger ist es darauf zu achten, dass die Regierenden bei ihren getroffenen Maßnahmen stets im Auge behalten, welche gesellschaftlichen Werte sie unseren Kinder vermitteln. Die Kinder entwickeln sich jetzt zu Persönlichkeiten, von denen wir uns gegenseitige Wertschätzung und ein friedliches Miteinander wünschen. Der Umgang mit unseren Kindern ist derzeit aber häufig von oben herab und reduziert sie auf potentielle Virenträger. Niemand von uns weiß, wie lange diese Pandemie noch andauern wird. Wir stehen hier, um unseren Kindern eine lebenswerte Zukunft zu sichern.“

Kontakt: Stefanie Seifert für Familien in der Krise

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