Mehr Sicherheit durch den Einsatz von Antigen-Schnelltests an Schulen

Aktuell weiß man oft erst ein paar Tage zu spät, ob ein(e) Lehrer:in oder ein(e) Schüler:in mit dem Coronavirus infiziert ist. Der Einsatz von Antigen-Schnelltests kann infektiöse Personen jedoch vor Ort erkennen und nicht nur Schulen noch sicherer machen, sondern auch helfen Infektionen in der Gesamtbevölkerung zu reduzieren.

Chancengerechte Bildung in Präsenz muss auch in der Pandemie ermöglicht werden

Im aktuellen “Lockdown light” hat die Aufrechterhaltung eines chancengerechten Schulbetriebs und qualitativ hochwertiger Bildung für Kinder und Jugendliche eine hohe Bedeutung und wird als gesamtgesellschaftliches Ziel kommuniziert. „Wir wissen inzwischen, dass jüngere Kinder und auch Schulen nur in geringem Maß zum Pandemiegeschehen beitragen“, erläutert Stephanie Schläfer von der Initiative Kinder brauchen Kinder. Dennoch gibt es natürlich bei großem Infektionsgeschehen in der Bevölkerung auch Eintragungen von Infektionen in Schulen, die dann durch Quarantäneanordnungen die Schulorganisation erschweren und die betroffenen Lehrer:innen und Schüler:innen und deren Familien stark belasten.

Zielgerichtete Schnelltest-Strategien reduzieren Eintragungen in Schulen

Ein gut durchdachtes Testkonzept mit Antigen-Schnelltests kann, zusätzlich zu den organisatorischen Maßnahmen, eine hohe Sicherheit für Schulen und KiTas bieten und einen zuverlässigen Präsenzunterricht und frühkindliche Bildung unter Pandemiebedingungen ermöglichen. „Antigen-Schnelltests sind einfach anwendbar, kostengünstig und können innerhalb von ca. 15 Minuten recht zuverlässig eine Person als akut infektiös identifizieren, noch bevor sie Symptome zeigt. Die Person kann sich somit sofort in Selbstisolation begeben und die Ausbreitung des Virus damit unterbinden“, so die Molekularmedizinerin Dr. Franziska Briest von der Initiative Familien in der Krise und Verfasserin des Positionspapiers einer Antigen-Teststrategie. Wissenschaftliche Studien legen nahe, dass regelmäßige proaktive Testungen maßgeblich zur Reduktion von Viruseintragungen in Schulen beitragen können. Die Entstehung von Infektionsketten kann somit frühzeitig erkannt und durchbrochen werden, was wiederum Quarantänemaßnahmen reduzieren kann.

Regelmäßiges Screening hilft Infektionscluster zu ermitteln

Der regelmäßige Einsatz von Antigen-Schnelltests an Schulen lässt zudem Rückschlüsse auf das Infektionsgeschehen in den Haushalten außerhalb der Schule zu. Durch gezielte Rückverfolgung können zusätzlich mögliche Quellcluster bzw. Superspreading-Events identifiziert und damit das Infektionsgeschehen in der Gesamtbevölkerung reduziert werden.

Eindämmung der Pandemie bei gleichzeitiger Wahrung der Rechte der Kinder

Da derzeit die Lieferkapazitäten dieser Tests noch eingeschränkt sind, braucht es politische Lösungen, um nicht nur die Versorgung von Kranken- und Pflegeeinrichtungen sicher zu stellen, sondern mit zunehmender Kapazität auch Einfluss auf das Pandemiegeschehen zu nehmen, ohne tief in Kinderrechte einzugreifen. „Es ist sinnvoll hier eine schrittweise Strategie zu fahren“, so Dr. Cathleen Pfefferkorn von der ehrenamtlichen Initiative “RapidTestsDE” und Co-Autorin des Positionspapiers. „Bei begrenzter Verfügbarkeit könnte zunächst in Regionen mit hohem Infektionsgeschehen ein regelmäßiges Screening der Lehrkräfte erfolgen. Nach und nach könnten die Testungen beispielsweise freiwillig auf die älteren Oberstufenschüler:innen ausgeweitet werden.“ Bildung in Präsenz und damit Bildungsgerechtigkeit wäre somit auch in der Pandemie ohne massive Einschränkungen in einer kindgerechten Pädagogik möglich.

Unsere Forderungen an die Politik:

  1. Aufbau einer Testinfrastruktur für Schulen.
  2. Schaffung der rechtlichen und personellen Rahmenbedingungen für Schulen.
  3. Politische Sicherstellung der Lieferkapazitäten (mit Vorrang für vulnerable Bereiche).
  4. Ein regelmäßiges Screening mit Antigen-Schnelltests an Schulen in Kombination mit einer Rückwärts-Kontaktverfolgung.

Unser Positionspapier hierzu erläutert auf Basis aktueller wissenschaftlicher Studien den Mehrwert einer solchen Teststrategie, sowie die noch zu lösenden politischen Herausforderungen.

Ihr möchtet unser Positionspapier unterstützen? Dann könnt ihr hier das unser Anliegen unterstützen.