Initiative macht auf belastende Situation von Familien aufmerksam 

23.11.2020 – Der Winter hat noch nicht einmal begonnen und schon jetzt sind viele Familien am Ende ihrer Kräfte. Jeder neuen Woche sehen sie mit großer Sorge entgegen: Werden die Schulen und Kitas wieder geschlossen? „Familien in der Krise“ gibt Eltern und Kindern eine Stimme. Die Initiative hatte Familien dazu aufgerufen, ihre Situation und Sorgen in einem Brief an Grant Hendrik Tonne zu schildern, und hat diese am Montagabend in blauen Umschlägen an den Kultusminister übergeben.

Die Familien haben von ihrer persönlichen Lage berichtet und erklärt, welche Auswirkungen Schul- und KiTa-Schließungen für sie hätten. „Die blauen Briefe stehen symbolisch für die schwierige Situation, in der sich viele Familien befinden. Für die Anspannung, den Stress und auch die Hilflosigkeit, die viele angesichts drohender Schließungen fühlen“, erklärt Sina Denecke von Familien in der Krise. Oder, wie eine Mutter schreibt: „Wir sitzen quasi auf heißen Kohlen.“

Familieninitiative bekräftigt Kurs des Kultusministers

Die beiden Vertreterinnen der Initiative „Familien in der Krise“, Sina Denecke und Anne Jansen, freuen sich, dass der Kultusminister sich mit der Entgegennahme der Briefe auch Zeit für ein persönliches Gespräch genommen hat: „Wir konnten Herrn Tonne erfolgreich die Perspektive vieler Familien in Niedersachsen nahebringen. Als Initiative ehrenamtlich engagierter Eltern möchten wir ihn ausdrücklich darin bestärken, Schulen und Kitas offen zu lassen.“ „Familien in der Krise“ unterstreicht die inzwischen durch Studien bestätigte Position Tonnes, nach der Schulen und KiTas keine Hot Spots im Infektionsgeschehen sind.

Familien in der Krise überreicht die blauen Briefe an den nds. Kultusminister Tonne

Schon das Szenario B, Wechselmodell, kommt einer Teilschließung gleich und stellt viele Eltern gerade jüngerer Kinder vor große Herausforderungen, Beruf und Familie unter einen Hut zu bekommen. Doch es geht auch um das Auseinanderklaffen der Bildungsschere und die Zukunft vieler Kinder, die durch den erneuten Ausfall von (Präsenz-) Unterricht negativ beeinflusst wird. Aber dafür braucht es umfassende Lösungen, die den Gesundheitsschutz und damit langfristigen Präsenzbetrieb sicherstellen. In den Worten eines Vaters: „Der Winter ist noch lang – bitte beenden Sie die Ansteckungslotterien in Schulen sowie Kitas und entwickeln pragmatische Ansätze, um die Einrichtungen offen zu halten.“

Initiative bringt Einbindung von Eltern und Schüler*innen ins Spiel

Viele der Eltern schlagen Konzepte und Investitionen vor, wie sie auch die ehrenamtliche Initiative „Familien in der Krise“ seit Monaten fordert: Effektive Teststrategien, Belüftungskonzepte sowie kreative Personal- und Raumlösungen sind nur ein paar Beispiele. So mancher der vorgeschlagenen Ansätze wurde bereits erfolgreich umgesetzt, beispielsweise der Einsatz von Lehramtsstudent*innen in Schulen, berichtete Tonne in dem Gespräch. Niedersachsen sei zudem das einzige Bundesland mit klar geregelten Kriterien, ab wann welche Maßnahme greift – oder eben auch wieder abgeschafft werden kann. Nach Ansicht von „Familien in der Krise” ist das der richtige Schritt, um Transparenz und den Familien zumindest eine gewisse Planbarkeit sowie Perspektive zu ermöglichen.

„Es gibt in Niedersachsen bereits gute Konzepte“, resümiert Sina Denecke aus dem Gespräch. „Aber die Briefe der Eltern beweisen, dass in der Umsetzung oft noch Luft nach oben ist. Wir haben Herrn Tonne vorgeschlagen, Ideen dafür gemeinsam mit Kindern, Jugendlichen und Eltern zu entwickeln. Und wer weiß, vielleicht findet er in den blauen Briefen ja schon mal die eine oder andere Inspiration“, ergänzt sie mit einem Augenzwinkern.

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