Impressionen

Einen sehr guten Bericht über die Demo gab es im Berliner Kurier vom 23.01.2021: Trotz Lockdown: Berliner protestieren für Kinderrechte und mehr Impfstoff 

Hier ein paar eigene Fotos:

Und hier die Ansprache unseres Co-Sprechers Milan Renner: 


DEMO-Aufruf

Die jüngsten Beschlüsse in Berlin zur weiteren Einschränkung des KiTabetriebs und zur Verlängerung der Schulschließungen bis weit in den Februar betrachten wir mit Unverständnis, tiefer Enttäuschung und wachsendem Ärger. Wir fordern Infektionsschutz statt Schul- und KiTaschließungen, denn für Kinder sind Bildung und soziales Miteinander unverzichtbar. Deshalb rufen wir zur DEMO auf:


  1. Dazu haben wir auch eine Pressemitteilung verfasst:

PDF Pressemitteilung Kein Lockdown für Kinderrechte!

Kein Lockdown für Kinderrechte!

Kindern Kontakte ermöglichen Erwachsene stärker in die Pflicht nehmen!

Pressemitteilung Familien in der Krise Landesgruppe Berlin
Berlin, 21. Januar 2021

Nicht genug damit, dass Kinder durch Verzicht auf Schule und KiTa ihrer Lern- und Entwicklungsmöglichkeiten beraubt werden, der Berliner Senat hat es auch für  nötig erachtet, Ausnahmen für Begegnungen von Kindern ersatzlos zu streichen und Gruppensport im Freien zu verbieten. Damit sind den Kindern praktisch jegliche Möglichkeiten für Begegnungen und Bewegung genommen, mit all den Folgen für  ihre gesundheitliche, motorische und soziale Entwicklung. Und das mit mehr als fraglichem Nutzen für den Infektionsschutz. Studien zeigen, dass das Infektionsrisiko im Freien gegenüber Innenräumen um bis zu 20-fach verringert ist. 

Auch die jüngsten Beschlüsse in Berlin, die  Betreuung in Kitas auf Kinder mit Eltern in sogenannten „systemrelevanten“ Berufen zu beschränken, betrachten wir mit Unverständnis, tiefer Enttäuschung und wachsendem Ärger.  Die Landes- und Bundesvertretungen der KiTa-Eltern, LEAK und BEVKi, haben die starken Einschränkungen für Kinder, die mit den Eindämmungsmaßnahmen verbunden sind, zurecht scharf kritisiert. Die zuvor geltenden Regelungen, nach denen Familien eigenverantwortlich entscheiden konnten, waren notwendig, um Erwerbstätigkeit und Care-Arbeit zu vereinbaren und haben vor allem sozial Benachteiligten, Alleinerziehenden, kinderreichen, sowie psychisch oder physisch belasteten Familien geholfen, die schwierige Situation wenigstens einigermaßen zu bewältigen. Wenn diese Möglichkeit zunehmend in Anspruch genommen wird und die Zahl der zu betreuenden Kinder steigt, ist das vor allem ein Zeichen dafür, dass die Familien sie benötigen und sonstige Unterstützung fehlt: Die Erhöhung der Kinderkrankentage hilft nicht allen und ist nicht im Entferntesten ausreichend, um die extreme Belastung für Familien aufzufangen. Der Druck auf die Eltern mit der Doppelbelastung Kinderbetreuung – Erwerbsarbeit wird von der Politik stetig erhöht. 

Man versucht, die Eltern mit warmen Appellen an ihre Verantwortung und Solidarität abzuspeisen, anstatt die notwendigen Ressourcen bereitzustellen und wirksame Konzepte zu entwickeln und  umzusetzen. Wir brauchen reale Unterstützung seitens der Behörden statt Vorschriften, die Kindern Bildungs- und Entwicklungschancen vorenthalten, wenn sie nicht das Glück haben, Eltern mit dem „richtigen“ Beruf zu haben. 

Zunehmend versucht die Politik, Eltern und Erzieher*innen/Lehrer*innen gegeneinander auszuspielen und gibt den Forderungen von Gewerkschaften nach, anstatt ausgewogene und praktikable Lösungen zu finden, die allen Parteien gerecht werden. Es fehlt an guter und verlässlicher Aufklärung über das Infektionsrisiko in den Einrichtungen. Ein regelmäßiges Monitoring des Infektionsgeschehens in KiTas und Schulen könnte das leisten. Stattdessen schüren die in den Medien in irreführender Weise verbreiteten Daten unnötig Ängste.

Viel zu oft kommt es zu Änderungen der politischen Strategie. So sollten die Auslastung der KiTas und vor allem verlässliche Daten über das tatsächliche Infektionsgeschehen als Kriterium für die Entscheidung über weitere Beschränkungen herangezogen werden. Stattdessen gibt es weitere Beschränkungen, wenn der zuvor von der zuständigen Senatorin genannte Grenzwert für eine – politisch, nicht wissenschaftlich – definierte hinnehmbare Auslastung nicht annähernd erreicht ist. Auf Fakten basierte Politik und Planbarkeit für Eltern und Einrichtungen sieht anders aus!

Der Berliner Senat hat Studien in Auftrag gegeben, deren Zwischenergebnisse bisher keinerlei Anlass zur Besorgnis über das Infektionsgeschehen in Berliner Schulen und KiTas gaben. Statt einer Aktualisierung reichte dem Senat für vollständige Schulschließungen und weitgehende Einschränkungen des KiTa-Betriebs der bloße Verdacht, die Daten könnten bei höherem Infektionsgeschehen oder wahlweise wegen neuer Virusvarianten nun nicht mehr valide sein. Was hat den Senat davon abgehalten, die Studien vorher zu aktualisieren? Was hält den Senat jetzt davon ab, dem Beispiel von Frankreich zu folgen und die mögliche Ausbreitung neuer Virusvarianten an Schulen engmaschig zu kontrollieren? Vorsorgliche Schließungen von Bildungs- und Betreuungseinrichtungen sind keine vorsichtige Politik im umfassenden Sinn. Dafür sind die Gefahren für Kinder und Familien, die damit einhergehen, viel zu hoch.

Pädagogisches Personal verdient Schutz. Familien verdienen Schutz. Vor allem aber: Kinder verdienen unseren Schutz! Nicht nur vor Covid-19 – durch geeignete Hygienekonzepte in Schulen und Betreuungseinrichtungen – sondern auch vor Vereinsamung und Isolation, vor häuslicher Gewalt, Vernachlässigung und Missbrauch, und vor einem schlechten Start ins lebenslange Lernen, der gravierende Folgen haben kann. Diesen Schutz kann die Politik nicht auf Basis von bloßer Spekulation versagen. 

Kinder dürfen nicht die Hauptlast der Pandemiebekämpfung tragen! Zuerst müssen die Erwachsenen aller Berufsgruppen, denen es möglich ist, in die Pflicht genommen werden durch Homeoffice das Gesamt-Infektionsgeschehen zu senken. Mit dieser Demonstration wollen wir Familien die Möglichkeit geben, sich endlich Gehör zu verschaffen.

Für Rückfragen und Interviewanfragen:
E-Mail: