Stellungnahme zu aktuellen Corona Beschlüssen für Kitas und Schulen in Niedersachsen

Initiative Familien begrüßt es, dass das Kultusministerium endlich einen Plan vorgelegt hat, Kitas und Schulen wieder zu öffnen. Insbesondere freuen wir uns, dass mit den Öffnungen der Kitas in Szenario B den Kleinsten wieder Bildung und soziale Teilhabe ermöglicht wird. Denn aus dem „verlängerten Weihnachtsferien“ sind inzwischen fast drei Monate geworden, in denen ein Großteil der Kinder zu Hause sitzt.

Leider sieht aber auch der aktuelle Plan von Herr Tonne nur eine Öffnung in Mini-Schritten und nur unter bestimmten Bedingungen vor. Die letzten Schüler:innen kommen erst eine Woche vor den Osterferien wieder in die Schule und das auch nur bei Inzidenzen unter 100 und im Wechselmodell, was de facto einer 50%igen Schließung gleichkommt. Priorisierung von Bildung sieht anders aus: „Schulen zuletzt schließen und zuerst öffnen“ war die Aussage der Politik und die Empfehlung anerkannter Organisationen wie der WHO und der ECDC. „Von dieser Priorität entfernen wir uns derzeit jeden Tag weiter“, klagt Anne Jansen. „Es darf nicht sein, dass unsere Kinder vom Home Schooling aus mitverfolgen müssen, wie um sie herum Blumenläden, Friseure und demnächst auch Biergärten, Baumärkte und Möbelhäuser öffnen.“

„Statt umfassende, kreative Hygienekonzepte zu erarbeiten, gibt es wieder nur einen Plan ab welcher Inzidenz was passiert“, kritisiert Sina Denecke von Initiative Familien. „Es ist für viele Eltern frustrierend zu sehen, dass wir ein Jahr nach Beginn der Pandemie nicht viel weiter sind als letztes Frühjahr. Wir fordern eine sofortige, verlässliche und inzidenzunabhängige Öffnung von Schulen und Kitas begleitet von kindgerechtem Gesundheitsschutz.“ Schließungen sollten lediglich bei lokalem Infektionsgeschehen vor Ort passieren. Durch die Hotspot Regelung bleiben die Kinder und Jugendlichen in etlichen Landkreisen (z.B. Region Hannover) weiterhin ohne Perspektive zuhause – unabhängig davon wo die Fallzahlen auftreten (Altenheime, Fleischbetriebe, Firmen). Dass Schulen und Kitas nur eine geringe bis moderate Rolle im Infektionsgeschehen spielen, hat das RKI erst kürzlich mit einer umfassenden Datenanalyse bestätigt.

Ein guter Schritt in die richtige Richtung ist der Einsatz von Schnelltests im Bildungsbereich. Allerdings ist das „Testangebot“ von Herrn Tonne noch optimierbar: Statt eines Angebots braucht es ein wissenschaftlich fundiertes und langfristiges Testkonzept (siehe unsere Pressemitteilung vom 1.3.2021).

Sina Denecke: „Uns fehlt der unbedingte Wille der Politiker:innen, Kinder und Jugendlichen Bildung und soziale Teilhabe zu ermöglichen und alle möglichen Maßnahmen zu ergreifen, die dafür notwendig sind. Wir fordern die Politik auf, endlich Verantwortung für die Kleinsten in unserer Gesellschaft zu übernehmen und sie nicht zu den Verlierern der Pandemie zu machen.“