Was konkret fordert die Landesgruppe Bayern?

Grundsätzlich muss politisches Handeln darauf ausgerichtet sein, die Kinderrechte nach der UN Kinderrechtskonvention inklusive des Rechts auf Bildung und körperlicher Unversehrtheit zu jeder Zeit zu garantieren.
Bayernweit muss es deshalb eindeutige und verbindliche Leitlinien geben, die sicherstellen, dass für jedes Kind in Bayern das Recht auf Bildung gilt – bei Präsenz- und Fernunterricht gleichermaßen.

Aus diesem Grundsatz ergeben sich die folgenden Forderungen. Bei den nachfolgenden Punkten ist ein besonderes Augenmerk zu legen auf Kinder mit Behinderungen bzw. mit speziellem Förderbedarf sowie auf Familien, die aufgrund ihrer individuellen Situation mehr Ressourcen benötigen.

Unsere Forderungen:

1. Regelbetrieb mit 100% Beschulung und Betreuung für KiTas, schulvorbereitende Einrichtungen (SVEs), Schulen, heilpädagogische Schulen und Fördereinrichtungen für Kinder mit Handicap mit Hygienekonzept und Hygieneausstattung.

2. Das Hygienekonzept muss angemessen und praxistauglich sein und die Einhaltung qualitativer pädagogischer und didaktischer Standards ermöglichen.

3. Sicherstellung der notwendigen Ressourcen und Infrastruktur für einen Regelbetrieb: wenn nötig, zusätzliches Personal einstellen (z.B. Lehramt-Studierende, Quereinsteiger), zusätzliche Räume anmieten, Außenanlagen nutzen (z.B. Draußen-Konzepte).

4. Bei steigenden Infektionszahlen: keine prophylaktischen Schließungen ganzer Einrichtungen, Einschränkungen im Betrieb von KiTas und Schulen nur als letztes Mittel und so kurz und differenziert wie möglich.

5. Ein praxistaugliches Konzept für die Erkältungssaison für KiTas und Schulen. Anwendung kinderfreundlicher Testverfahren, z.B. Spucktests, sowie Sicherstellung schneller Testergebnisse im begründeten Verdachtsfall.

6. Stärkere Gewichtung von medizinischen, psychologischen und pädagogischen Aspekten neben virologischen Empfehlungen.

7. Faktenbasierte Risikokommunikation an Eltern, Lehrer und das pädagogische Personal, die das Ansteckungs- und Erkrankungsrisiko von Kindern entsprechend der neuesten wissenschaftlichen Erkenntnisse neutral bewertet.

8. Entwicklung praxistauglicher Anti-Corona-Maßnahmen für Kinder und Familien mit Kinderärzten, Virologen, Kita- und Schulleitungen, den Gesundheitsämtern sowie repräsentativen Familienvertretern, z.B. im Rahmen runder Tische.

9. Die Umsetzung des Bildungsauftrags und Durchführung des Unterrichts, ob in Präsenz- oder Distanzform, ist die zentrale Aufgabe der Schulen und dient der Förderung von Bildungsgerechtigkeit und Chancengleichheit. Diese Aufgabe müssen Schulen weiterhin wahrnehmen können und dürfen. Grundprinzip: Je jünger die Kinder, desto wichtiger ist Präsenzunterricht.

10. Sofortige Entwicklung und Umsetzung eines bayernweiten Digitalkonzepts. Kurzfristig flächendeckende Schulung des Lehrpersonals und technische Ausstattung von Schülern und Lehrpersonal.